Historie

Der Turnerbund Ottenau gehörte damals dem Badischen Turngau an, aus dem er jedoch durch ein Missverständnis im Jahr 1899 austrat. Schon lange hatte sich der Wunsch nach einem Turngau Murgtal geregt, der dann mit anderen umliegenden Vereinen am 13. Mai 1900 in Bischweier gegründet wurde. Bei dieser Gründung wurde Friedrich Wende vom TB Ottenau zum 2. Gauturnwart gewählt. Zur damaligen Zeit wurden in Ottenau monatlich zwischen drei und vier Turnratsitzungen abgehalten sowie jährlich vier Generalversammlungen. Interessant ist die Tatsache, dass schon damals für Aktive, die an einem Turnfest teilnahmen, Zuschüsse gewährt wurden. Am 6. März 1904 ging bei der Generalversammlung ein Antrag ein, Mitte Juli eine offizielle Einweihung der ersten neu gebauten Turnhalle abzuhalten. Der Wortlaut weiter: "Der Gauturnwart soll verfügt werden, uns zu dieser Einweihung die Genehmigung zu erteilen, ein kleines Kreisturnen unter den Turnerinnen abhalten zu dürfen." Die Einweihung und das Kreisturnen wurden zwar abgehalten, aber die Damen bekamen keine Genehmigung, daran teilzunehmen.

Wann zum ersten Mal Damen in Ottenau geturnt haben, geht aus den Protokollbüchern nicht hervor (wahrscheinlich erst nach dem 1. Weltkrieg). Nur der Begründer des Frauenturnens ist bekannt, es handelte sich um Herrn Josef Kraft. Im Jahr 1912 wurde das Angebot im TBO um die erste Faustballmannschaft und das Volksturnen (Vorreiter der heutigen Leichtathletik) erweitert. Der erste Turn – und Spielplatz wurde auf Grundstücken auf der "Sau-Au" (in der Gegend des heutigen Sportplatzes) gepachtet. Auch während des 1. Weltkrieges konnte der TB Ottenau weitere Mitglieder gewinnen.

Am 2. Februar 1916 wurde das Protokollbuch allerdings für drei Jahre geschlossen. Im ersten Eintrag nach Kriegsende im Januar 1919 gedachte man zuerst der gefallenen Mitglieder und das Vereinsleben wurde wieder aufgenommen. 1920 zählte der Verein schon 150 Mitglieder und es wurde die erste Schülermannschaft gegründet. Ein Schülerbarren wurde von der Firma Sebastian Fütterer in Gaggenau gespendet. 1923 wurde das Gauvolksturnfest zum ersten Mal in Ottenau ausgerichtet.

Bei der damaligen Inflation kosteten die Eintrittskarten 100.000 und das Bankett 20.000 Mark. 1932 begann eine außerordentliche Erfolgsserie der Leichtathleten. Jakob Scheuring kam nach Ottenau und wurde 1933 das erste Mal Kreismeister, worauf noch viele weitere Meistertitel folgten. 1939 sollten in Ottenau zum dritten Mal Leichtathletik-wettkämpfe ausgerichtet werden. Dank der guten Verbindung zu anderen Sportverbänden gaben die gesamten Badischen Spitzensportler ihre Meldungen für dieses Fest ab. Über 300 Einzelmeldungen waren eingegangen, doch der unselige Krieg verhinderte die Veranstaltung. Am 27. August, am Tag der geplanten Wettkämpfe, wurden ca. 60 Männer, unter ihnen die besten Athleten vom TB Ottenau, zur Wehrmacht einberufen. Fast ein Jahrzehnt lang wurde das Protokollbuch des TB geschlossen.

Die Daheimgebliebenen hatten ihre Kameraden aber nicht vergessen und schickten Heimatbriefe und Päckchen an die Front. Nach dem Krieg wurde das Turnen von der Besatzungsmacht verboten, doch die Ottenauer wussten sich zu helfen und gründeten zusammen mit dem Fußballverein im Jahr 1946 einen sogenannten "allgemein sporttreibenden Verein", woraus die heutige Sportvereinigung Ottenau hervorging. Die Bestimmungen lockerten sich und das Turnen wurde 1948 von der Verbotsliste gestrichen. Im darauffolgenden Jahr konnten die ersten Turngeräte neu angeschafft werden. 1955 wurde die Sportvereinigung beim Amtsgericht in Rastatt als Verein eingetragen. Zur besseren Bearbeitung reiner Turnerangelegen-heiten wurde im selben Jahr ein Turnausschuss gebildet.